Elite-Universitaet (BWL fuer Asiaten)

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So, jetzt muss ich auch mal meine ersten Eindruecke von der Universitaet hier wiedergeben.
Angefangen hat es ja schonmal damit, dass ich die orientation for international students nicht besuchen konnte, da ich zu dem Zeitpunkt noch in Deutschland war. Hoert sich eigentlich nicht schlimm an, aber an der Orientation schreibt man sich an der Uni ein und traegt sich fuer die Kurse ein. Zum Glueck gab es eine orientation for latecomers, die am ersten Mittwoch im Semester stattfand. Ich bin jedoch schon am Montag zum ISSS (International Student Support Service) - im Gegensatz zu deutschen Institutionen steht der Name hier auch wirklich fuer das, was dort auch geleistet wird - und war 5 Minuten spaeter auch schon eingeschrieben. Aehnlich verlief es mit der Teilnahme fuer die Kurse, die ich besuchen werde (muss). Zu guter letzt musste ich mir noch meinen Student ID (Studentenausweis - einen richtigen, kein Klopapier wie in Erlangen) ausstellen lassen, wozu ich in einen kleinen Raum gehen musste, in dem eine Digicam auf einem Stativ befestigt mit einem Computer verbunden war, an welchem eine Praegemaschine angeschlossen war. Kurzum: Bitte laecheln *knips* zwei Minuten warten und meine Student ID war fertig, eine Platikkarte aehnlich einer EC-Karte mit Lichtbild und Magnetstreifen und allen wichtigen Daten wie Computerlogindaten, Student ID, ...
Dennoch bin ich am Mittwoch zur Orientation for Latecomers gegangen, obwohl ich ja schon alles hatte, was ich brauchte. So hab ich dort nicht mehr viel neues gelernt, lediglich die Fuehrung durch den Campus war noch ganz interessant fuer mich. Trotzdem muss ich sagen, dass man von diesem Service eigentlich nur begeistert sein kann, im Gegensatz zu den laaaaangsamen arbeitenden Muehlen deutscher Beamtenbehoerden. Auch eine richtige!!! Student ID zu haben, die einem gewisse Vorteile (z.B. Freigetraenk bei Subway ...) bringt ist nicht zu verachten.

Schon bevor ich nach NZ gegangen bin haben sich hartnaeckige Geruechte gehalten bezueglich den vielen Asiatischen Studenten an den Unis, und ich kann dies nur bestaetigen: ca. 80% aller Studenten an der AUT sind irgendwelche Asiaten - meistens Chinesen, die laut Miki vor allem hier studieren, da hier die Atmosphaere viel lockerer ist und nicht so viel von den Studenten verlangt wird ...
In meinem ersten Kurs (CI - Contemporary Issues in Information and Communications Technologies) hat sich dies nur bestaetigt (wie soll man sich da einen Namen merken, wenn 20 Mann den gleichen Namen sagen, mit einer leichten Variation in der Betonung oder einzelner Buchstaben???). Dazu kam noch, dass ich ein Postgraduate Diploma anstrebe und anscheinend kaum Leute in NZ nach dem Bachelor noch weitermachen, sondern alle danach zum Arbeiten anfangen und erst nach ein paar Jahren Berufserfahrung zurueck an die Uni gehen um ihren Master zu machen. So ist die Anzahl der Studenten, die ueberhaupt Postgraduate studieren aeusserst ueberschaubar (geschaetzt ca. 30 Mann). Zurueck zu der ersten Stunde - unser Lektor (Jim?), irgend son Business-Heini , der aus der Wirtschaft kommt und hochmotiviert uns was beibringen will (es fehlten nur die regelmaessigen Zwischenrufe "Jaga, ihr schafft es!!!") hat uns schon die grobe Marschrichtung ausgegeben: BWL fuer Informatiker ... kein wissenschaftliches Arbeiten, sondern Aufsatzschreiben ueber fiktive Firmen, die eine neue Technologie verwenden. Fuer das ganze noch die Pros und Contras abwaegen, schoen brav wie in nem Deutschaufsatz und evtl. noch die Technologie genauer beschreiben (immerhin eine Komponente, die an das eigentliche Fach erinnert!!!). Dazu noch das ganze Praktisch testen falls moeglich (was wohl an den mangelnden Ressourcen scheitern wird) und eine Stunde Vortrag am Schluss. Wenn die anderen beiden Kurse auch so ablaufen, dann Prost Mahlzeit.
Und anscheinend sind die anderen BWL-Asiaten im Kurs voll begeistert dabei, sitzen hochmotiviert im Kurs, stellen Zwischenfragen und geben ihren Senf dazu - lediglich 4 deutsche Studenten sitzen in der letzten Reihe und versuchen sich aufgrund des aeusserst fachnahen Inhalts wach zu halten ... immerhin ist noch ein zweiter Dozent oder wie man das auch immer nennen soll mit anwesend, der einen Doktor hat und auch mal ne Vorlesung halten darf (ueber dann hoffentlich etwas fachnahes).

Das Computersystem an der AUT besteht aus einem Novell-Login gefolgt von einem WindozeXP (das einloggen kann schon mal ein paar Minuten dauern). Dabei werden bei jedem Login Uniweite Defaults hergestellt, so dass zuvor geaenderte Einstellungen, Bookmarks oder Sonstiges alles wieder weg ist und man alles wieder neu einstellen darf (irgendwann gibt man es auf und verwendet den einzigen mit ihrem Onlinesystem kompatiblen Browser - IE). Zudem zahlt ein jeder Student fuer den Traffic, den er verursacht einen bestimmten Betrag (nicht viel, aber Kleinvieh macht auch Mist - Begruendung: die AUT ist nicht an ein Rechenzentrum angeschlossen und muss selbst fuer den Traffic zahlen - bei $5299 Studiengebuehren kann man ja nicht verlangen, dass dann Internetz umsonst ist), was sich aeusserst positiv auf die Einnahmen der AUT auswirkt wenn man beachtet, dass der Cache nach jedem Login wieder leer ist und man alles doppelt und dreifach runterladen muss (aehnlich updated sich Firefox automatisch, aber nach einem erneuten Login hat man wieder die alte Version und das ganze beginnt wieder von vorne ...). Ein weiterer Pluspunkt sind die restriktiven Firewalleinstellungen, die lediglich Browsen ermoeglichen. Ab und zu kommt es dann noch vor, dass man eine Memory Access Violation bekommt, was aber angeblich nicht an der Hardware liegt, sondern damit, dass man auf das Internet zugreift; yay BlueScreen mit WindozeXP, dachte sowas gaebs mit XP nicht mehr ... Zudem hat man keinen Zugriff auf Linux oder Unix Rechner und muss wohl oder uebel die Windozeumgebung nutzen. Das gleiche System wird in den Labs fuer Postgraduate Students verwendet, jedoch kann man dort umsonst drucken, immerhin etwas ...
Was da einem vielleicht etwas verwundert ist die Tatsache, dass WLAN angeboten wird. Jedoch funktioniert das ganze nur richtig mit einem Windozesystem (immerhin laeuft Firefox damit auch bei mir), und auch nur in der Bib direkt in den Computerlabs.
Nach einigen Mails hab ich jetzt immerhin Zugriff auf einen Linux-Webserver von der Uni ohne Accounting oder sonstigen Einschraenkungen :P. Ich habe jedoch das Gefuehl, dass ich davon nicht allzu extensiv Gebrauch machen sollte ...
Zum Glueck legen wir uns in der Flat demnaechst broadband internet zu (also sowas wie DSL) und dann hab ich wenigstens vernuenftigen Zugriff aufs Internetz.

2 Comments

Das ist ja fast schon Lidderadur was du da schreibst, sehr interessant zu lesen. Bitte Bilder von folgendem veröffentlichen:
- Asiaten
- Hörsaal
- Universität allgemein
- Computer
- Mädchen (oder ist das so wie an der Techfak wo du studierst?)

P.S.: Die Reihenfogle dieser Liste hat keinerlei Bedeutung!

Bilder werden wohl demnaechst folgen, wobei ich nochnicht weiss wie ich die hier einbinden werde/soll. Mit Techfak kann man das nicht vergleichen, hier ist alles ein bisschen kleiner und so, also sind auch Maedelz auf dem Campus zu sehen.

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This page contains a single entry by ritschi published on July 21, 2006 2:01 AM.

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